Im Olympiajahr - vom Olympiasieger: Brot und Spiele – mit Dieter Baumann

Theaterstück nach dem Roman von Siegfried Lenz

Dieter Baumann probiert etwas Neues und doch bleibt er sich treu. Er ist Geschichtenerzähler. Und wie kann es anders sein, in seinem neuen Stück erzählt er solo in fünf Rollen die Geschichte eines Läufers, Bert Buchner. Die tragische Romanfigur von Siegfried Lenz gewinnt Rennen um Rennen, läuft Rekorde und am Ende seiner Karriere ist er noch einmal bei den Europameisterschaften am Start. Noch einmal ist er vom Start weg in Führung gegangen, wie er es immer tat. Aber wird er noch einmal siegen?

Ein Freund, Entdecker Buchners und Journalist, verfolgt dieses Rennen. Dabei werden Erinnerungen wach: die Begegnung im Gefangenenlager, das zufällige Wiedersehen nach dem Krieg, die ersten Starts, Training, die ersten Siege und Rekorde…

Noch einmal bäumt sich Bert Buchner auf, und dieser Lauf wird zum Resümee seines Lebens, seiner Hoffnungen und Enttäuschungen. Es ist die Flucht eines Mannes vor seiner Vergangenheit. Buchner hatte übersehen, dass sich mit sportlichem Ruhm kein Leben sichern lässt, dass er nur ein König für ein Wochenende ist und dass man ihm nur zujubelt, solange er siegt und keinen Augenblick länger.

Mögen sich die Rahmenbedingungen des modernen Leistungssports verändert haben, die Gesetze des Sports, die Siegfried Lenz im Roman beschreibt, haben sich im Laufe der Jahre kaum verändert. Der Druck auf die Athleten hat sich allerdings in dramatischer Weise verschärft.

Dieter Baumann, der Olympiasieger über 5.000 Meter nimmt das Publikum mit zum letzten Lauf des Bert Buchner, Runde für Runde. Er lässt Buchners Freund und Entdecker diesen letzten Wettkampf von Bert Buchner mitverfolgen, lässt ihn mal verbittert zuschauen und mal um Buchner zittern. Baumann spielt den Reporter im Stadion so, als ob er noch nie etwas anders gemacht hätte und so, dass der Zuschauer dieses Rennen unbedingt bis zum Schluss verfolgen muss.