Samstag, 27.11.2010: SCALA & Kolacny Brothers

Man könnte Scala kurz so beschreiben: ein Jugendchor aus Aarschot (Belgien) mit ungefähr sechzig jungen Mädchen (zwischen 14 und 24 Jahren), geleitet von zwei begabten Brüdern - und nun genießen sie internationale Anerkennung. Das könnte es sein...Man kann aber auch noch viel mehr sagen:

Vielleicht kennen Sie ja Scala aus dem Fernsehen oder haben schon einmal ein Musikvideo mit dem erfolgreichen Mädchenchor gesehen? Oder vielleicht hörten Sie Scalas Version von „With or without you“ (U2) in Ihrem Lieblings- Radiosender? Oder Sie kennen die Scala-Mädchen, weil Sie eine Karte für eine ihrer Live-Aufführungen kauften?

Es ist eine Erfolgsgeschichte, ein Traum für alle, die daran beteiligt sind. Obwohl auf der Mitgliederliste von Steven und Stijn Kolacny zurzeit über 200 Mädchen (16-26 Jahre) stehen, hat es alles ganz klein angefangen. Die erste Probe von Scala fand am 2. April 1996 statt, mit genau 18 Mitgliedern. Die beiden Pianisten- Brüder beabsichtigten, in ihrer Freizeit mit „Stimmen“ zu arbeiten. Ein Chor ist dafür natürlich ein ideales Experiment.

In den ersten Jahren findet man Scala insbesondere im klassischen Chormilieu. Die vielen Proben führten schon bald zu ausgezeichneten Ergebnissen bei klassischen Chorfestivals und – Wettbewerben. Ganz schnell aber sind die beiden Brüder vom traditionellen Parcours abgewichen. Auf der Suche nach einem „anderen Repertoire“ fing Steven selbst an, Arrangements einer Vielzahl bekannter Pop- und Rocksongs anzufertigen. So wird – ohne dass sich die Brüder dessen gut bewusst sind – der einzigartige Chor Scala geboren.

Am 1. Dezember 2002 wurde die erste CD „Scala on the Rocks“ aus der Taufe gehoben. Das Konzept ist einfach, aber gewagt: Wandle einen Rocksong in die Klangwelt von vierzig Mädchenstimmen und eines Klaviers um.

Der Erfolg dieser ersten CD und die Reaktion der Presse und des Publikums waren eine große Überraschung. Von fast allen flämischen Rundfunksendern, der schreibenden Presse, Gastauftritte bekannter Gesichter aus der belgischen Rockwelt (Zornik, Arid, Hooverphonic, K’s Choice, Noordkaap....), und einer ganzen Reihe Sommerfestivals (Lowlands-Nd,, de „Gentse Feesten”, den Nekka Nächten, Dranouter...) unterstützt, erhielt der Chor eine goldene „On the Rocks-CD” in Belgien. Nie gekannt für „einen Chor“.

Im Spätjahr 2003 folgte der Release der zweiten Scala CD „Dream on“ (nach dem gleichnamigen Titel von Depeche Mode) und es gab die erste große Gastspielreise in verschiedenen flämischen Kulturzentren.

Und plötzlich taucht auch „das Ausland“ auf. Die Scala CDs werden in den Nachbarländern entdeckt. In Deutschland spilet der Berliner Sender „Radio Fritz“ Titel von Scala. Die Scalaversion von Engel (Rammstein) und ein Live-Fritz-Konzert im August 2004 bewirkte nicht nur große Anerkennung der Rammsteinmitglieder selbst, sondern es folgen auch zahlreiche deutsche Aufführungen (Berlin, Köln , Bielefeld, Münster, Hamburg, Kiel...), Radio- und Fernsehprogramme (Eins Live, Radio Eins, Delta Radio, Radio Bremen 4, die German Radio Awards, Viva, MTV) und eine Zusammenarbeit mit der deutschen Band Mia. Eine lange Reihe ausverkaufter ausländischer Auftritte und der Release der CDs „Respire“ und „Grenzenlos“ waren die logische Folge.

Ab 2005 beginnt sich das Totalkonzept um die Scalastimmen und die Rock-Covers deutlich und endgültig zu entwickeln. Steven Kolacny fängt an mehr und mehr eigene Nummern zu schreiben und seine Zusammenarbeit mit dem belgischen Rocksänger Koen Buyse (Zornik) ist deutlich im erneuerten Scalaklang zu erfahren. Koen wird auch immer mehr als Koproduzent der von Steven für Scala geschriebenen Arrangements, aber vor allem auch wegen seiner eigenen Stücke engagiert. Dies kommt zum ersten Male auf der CD „It all leads to this“, die im September 2006 auf den Markt kommt, zum Ausdruck – die auch wieder mit Gold preisgekrönt wird. Dem Release folgt eine gleichnamige Gastspielreise auf Bühnen in verschiedenen Ländern. Während dieser Gastspielreise zeigt sich noch einmal, wie wichtig Klang, Beleuchtung, Dekor und Projektionen im „Scala Live Geschehen“ geworden sind.

Ab 2006 wird deutlich, wofür Scala steht. Engelhafte und gewagte Covers von Rockliedern und Pophits - von himmlischen Mädchenstimmen dargebracht. Die Idee ist genauso einfach, wie auch brillant: klassische Rocksongs zu entkleiden, bis sie fast nur ihr eigenes Fell anhaben, und sie zu genau so lange zu bearbeiten, bis ein belgischer Mädchenchor ihnen eine ganz neue Dimension geben kann.

Diese Formel kommt „live“ besonders gut an. Unter der Führung der Brüder Steven und Stijn Kolacny ist der belgische Chor Scala zu einem internationalen Phänomen gewachsen, das nicht nur Werke von Radiohead, Rammstein und Nirvana aufführt, sondern auch noch eigene Popnummern bringt. Die Beziehung zum Publikum ist der Gruppe heilig. Der Mädchenchor, der in den vergangen Jahren in der Chorwelt eine wahre Revolution herbeigeführt hat, trift, wo immer er auch auftritt, auf volle Säle.

Auch in Deutschland wächst die Anzahl der Konzerte. Scala interpretiert immer mehr deutsche Titel und die eigene Version von „Hungriges Herz“ (MIA) läuft in viel gesehenen Werbespots im deutschen Fernsehen.

Im Februar 2009 tritt der Mädchenchor zum ersten Mal in in den USA auf, im Times Center New York. 2010 steht die Gruppe vor dem großen amerikanischen Durchbruch: PBS (Public Broadcasting Service – der amerikanische Nationalrundfunk) will ein TV-Special von Scala aufzeichnen lassen – eine Live Aufzeichnung eines Scalakonzertes, das im August 2010 im amerikanischen Fernsehen gesendet werden wird. Die Live-Aufnahme des Scala-Specials findet am 28. April 2010 im Konzertgebäude von Brügge statt. Regie, Choreografie und Inszenierung des ganzen Events werden von einem kanadischen Team (Festival Juste Pour Rire) geführt, mit dem die Brüder früher schon in Montreal zusammengearbeitet haben und den Preis der „besten Vorstellung Juste Pour Rire Festival 2009“.

Zusammen mit dem TV-Special folgt im Spätjahr 2010 der Release einer nagelneuen CD und DVD („Circle“) und eine lange Gastspielreise, die über Belgien und Deutschland, die Niederlande und Skandinavien zu verschiedenen amerikanischen Großstädten führen wird.

Da schließt sich der Kreis. Von Covers zu eigenen Stücken, von Kirchen zu Rockfestivals. Scala spreizt die Flügel in alle Welt. Scala ist genau, was die Musikindustrie so sehr mag: einzigartig, gewollt, neue Töne und ein neues Genre. Eine Brücke zu neuer Musik und einem neuen Publikum. Zarte, ätherische Frauenstimmen sind die Seele, die die Kolacny Brothers zu fassen und zu gestalten versuchen.

Es geht auch kürzer:
Gänsehaut.



Bühnenbau, Licht- und Tontechnik für diese Veranstaltung wird ausgeführt von Concept Veranstaltungstechnik, Lennart Dreyer.


Diese Veranstaltung wird unterstützt und gefördert von der Volksbank Lüneburger Heide eG und von der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland.
Wir sagen dafür recht herzlich Dankeschön.