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Samstag, 22.07.2006
OpenAirKino hinterm Heimathaus
Die Geschichte vom weinenden Kamel
Der Film lief auf vielen internationalen Festivals mit groĂem Erfolg, wurde mit dem Bayrischen Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm ausgezeichnet und von der Mongolei offiziell als AnwĂ€rter auf den Oscar in der Kategorie âBester nicht-englischsprachiger Filmâ eingereicht.
Die halb dokumentarische, halb inszenierte Geschichte eines kleinen Kamels aus der mongolischen WĂŒste: Die Mutter hat das Neugeborene verstoĂen. Alle Versuche der Nomaden, sie umzustimmen, scheitern. Sie lĂ€Ăt ihr Kind nicht heran sondern verjagt es mit Tritten. Ohne Milch wird das kleine Kamel bald sterben. In einem letzten Rettungsversuch werden zwei Nomadenjungen in die weit entfernte Stadt geschickt. Sie sollen einen berĂŒhmten Musiker holen. Vielleicht kann seine Musik die Kamelmutter betören...
Wenn man sich auf das gemĂ€chliche ErzĂ€hltempo und die langen Einstellungen einlĂ€sst, lernt man in der GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL erst eine sehr traditionell lebende GroĂfamilie kennen, in der die anfallende Arbeit nach KrĂ€ften gemeinsam verrichtet und die Freizeit durch die ErzĂ€hlungen des GroĂvaters bereichert wird. Doch die Suche nach einem Musiker fĂŒr das Ritual fĂŒhrt die beiden Jungen schrittweise in die Moderne, vom Farbfernseher in den Zelten der Verwandten bis zur Musikschule in der Stadt (die allerdings auf westliche Augen auch eher wie eine lĂ€ndliche Siedlung wirkt). Bis zum Ende bleibt der Film mĂ€rchenhaft und fast zu schön, um wahr zu sein. Die Inszenierung stellt deutlich das GeschichtenerzĂ€hlen in den Vordergrund der Dokumentation und lĂ€sst so die Grenze zum Spielfilm durchlĂ€ssig werden. Da wird es unwichtig, ob die feuchten Augen der Kamelmutter nicht eher dem scharfen Wind als der anrĂŒhrenden Musik zuzuschreiben sind â die Hauptsache ist, dass das Wunder geschieht.
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